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Ein Geschenk

Die Welt ist ein Geschenk gewesen.
Von Niemandem an Niemand.
Schnell fand sich doch jemand, der das Geschenk annahm.
Er nahm es nur an.
Nicht dankend.
Sein Geschenk hat er ohne Bedingungen bekommen, einfach so.
Er nahm es mit all seinen schönen Seiten.
Die unschönen beseitige er von Zeit zu Zeit.
Nicht wissend, dass das Schöne nicht lange bleiben wird,
wenn es sein Gegenstück verliert.
Der Mensch nannte die Erde schon bald sein Eigen und weil es so viele Menschen gab
und der Planet doch so groß war, teilte er ihn auf.
Es entstanden Grenzen und Zonen. Schnell fand sich wer, der sagen durfte
»Dies ist mein und das ist dein.«
Die Erde wurde immer weniger zum Geschenk
und immer mehr zum Privileg.
Niemand würde es wohl einfach so zugeben,
doch von dem Geschenk, das eigentlich für alle reichen würde,
ist für viele Lebewesen nichts übrig.
Weil sie schwächer sind.
Weil sie lecker sind.
Weil sie am falschen Ort geboren wurden.
Schuld daran ist Niemand.
Denn er nahm das Geschenk von Niemandem an.
Nicht dankend.

 

 

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